Üben ohne Drama: Wenn jede Übungsminute im Streit endet
Zuerst das Wichtigste: Dass es bei Ihnen eskaliert, liegt nicht an Ihnen als Mutter — es liegt an einer Rollenüberlastung, die fast alle LRS-Familien kennen. Ihr Sohn braucht Sie als sicheren Hafen, gerade weil die Schule anstrengend ist; wenn dieselbe Person dann auch Übungsleiterin ist, kollidieren die Rollen — und zwar bei den liebevollsten Eltern am heftigsten, weil da am meisten auf dem Spiel steht. Deshalb meine vielleicht überraschende Empfehlung: Reduzieren Sie Ihre Übungsrolle, statt sie zu optimieren. Konkret: Das therapeutische Üben gehört in die Therapie — sprechen Sie mit der Therapeutin offen über die Eskalationen; „täglich 10 Minuten" ist keine gute Vorgabe, wenn sie täglich Beziehung kostet, und jede gute Therapeutin passt das an. Für zu Hause bleiben zwei Dinge, die nur Sie leisten können und die nicht eskalieren: gemeinsame Schriftsprache ohne Leistungsdruck (Sie lesen vor, er darf einfach zuhören — das ist Förderung, wirklich) und Erfolgserlebnisse außerhalb der Schrift sichtbar machen. Wenn geübt wird, dann: feste kurze Zeit mit Timer (der Timer beendet, nicht Sie — das nimmt Ihnen die Buhmann-Rolle), Beginn mit etwas, das sicher klappt, Schluss vor dem Frustpunkt. Und wenn ein Tag kippt: abbrechen ist kein Versagen, sondern Beziehungsschutz.
Warum es gerade bei Eltern eskaliert
Die Rollenkollision, entlastend erklärt.
Das Gespräch mit der Therapeutin
Wie man Übungsvorgaben verhandelt, ohne die Therapie infrage zu stellen.
Die Timer-Methode und 4 weitere Deeskalations-Werkzeuge
Konkret, erprobt, sofort umsetzbar.
Was zählt wirklich als Förderung zu Hause
Vorlesen, Sprachspiele, Alltagsschrift (Einkaufszettel) — Beziehung vor Leistung.
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