LRS-Verdacht: Die ersten Schritte für Eltern
Erst einmal: Dass die Lehrerin den Verdacht ausspricht, ist eine gute Nachricht — jetzt kann gezielt geholfen werden, und Sie haben nichts verpasst. Die sinnvolle Reihenfolge sieht so aus: Erstens vereinbaren Sie ein ruhiges Gespräch mit der Lehrkraft und lassen sich konkret zeigen, was ihr auffällt (Hefte, Diktate, Lesebeobachtungen). Zweitens klären Sie beim Kinderarzt Hören und Sehen ab — das wird oft übersprungen und erklärt manchmal mehr als gedacht. Drittens stoßen Sie die eigentliche Diagnostik an: über den schulpsychologischen Dienst (kostenlos) oder eine kinder- und jugendpsychiatrische Praxis (Kassenleistung). Was Sie nicht tun müssen: sofort Therapieverträge unterschreiben, teure Online-Tests kaufen oder zu Hause mehr Druck aufbauen. Ein LRS-Verdacht ist kein Notfall — aber ein klarer Arbeitsauftrag. In den nächsten Wochen zählt Struktur, nicht Tempo.
Was sage ich meinem Kind?
Ehrlich und entlastend: „Wir schauen uns an, wie du am besten lernst." Kein Krankheitsvokabular, keine Geheimniskrämerei — Kinder spüren beides.
Schulpsychologe oder Kinderpsychiater — was zuerst?
Schultest reicht für schulische Hilfen, das KJP-Gutachten braucht man später fürs Jugendamt. Wer beides absehbar braucht, spart mit dem KJP-Weg einen Durchgang.
Wie überbrücke ich die Wartezeit sinnvoll?
Vorlesen (Sie lesen, das Kind hört — Beziehung vor Leistung), Druck aus den Hausaufgaben nehmen, Erfolge außerhalb der Schrift sichtbar machen.
Woran erkenne ich unseriöse Angebote?
Heilversprechen („LRS in 12 Wochen weg"), Diagnose und Therapie aus einer Hand ohne externe Testung, Vertragsbindung über sechs Monate vor der Diagnostik.
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Frage stellenJanas Antworten geben pädagogische Orientierung aus der lerntherapeutischen Arbeit. Sie ersetzen keine Diagnose und keine medizinische oder psychologische Beratung. Erste Anhaltspunkte liefert der kostenlose Symptom-Check; eine fundierte Abklärung leisten Fachstellen und Lerntherapeut:innen vor Ort.