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Anvido
Pillar · Rechnen

Dyskalkulie & Rechenschwäche

Wenn Ihr Kind Zahlen anders erlebt als andere — nicht weniger intelligent, aber mit echter Mühe beim Mengenverständnis — kann eine Dyskalkulie dahinter stehen. Wir erklären, woran Sie das erkennen.

Anvido Redaktion
Fachlich begleitet von integrativen Lerntherapeut:innen (FiL/BVL) · zuletzt aktualisiert Mai 2026 · 14 Min. Lesezeit

Dyskalkulie ist mehr als „schlecht in Mathe sein“

Bei Dyskalkulie ist das grundlegende Mengen- und Zahlverständnis betroffen. Kinder zählen lange mit den Fingern, vertauschen Zehner und Einer, oder wissen nicht, ob 7 mehr als 5 ist, ohne nachzuzählen. Die Schwierigkeiten liegen tiefer als nur beim Lerninhalt — sie betreffen die Repräsentation von Zahlen im Gehirn.

„Die häufigste Frage von Eltern lautet: Hat unser Kind etwas falsch gemacht? Die Antwort ist immer: Nein. Wir müssen nur herausfinden, wie sein Gehirn am besten lernt.“

— aus der Praxis integrativer Lerntherapie

Rechenschwäche oder Dyskalkulie?

Eine Rechenschwäche kann durch Schulwechsel, Lücken in den Grundlagen oder zu schnellem Tempo entstehen — und ist meist mit gezielter Förderung gut aufholbar. Dyskalkulie hingegen ist eine umschriebene Entwicklungsstörung, ähnlich der Legasthenie auf der Sprachseite. Die Abgrenzung erfolgt durch standardisierte Testverfahren.

Erste Hinweise im Alltag

Ihr Kind zählt im Kopfrechnen weiterhin an den Fingern, kann einfache Aufgaben (3+4) nicht abrufen, sondern muss jedes Mal neu rechnen. Mengen werden nicht spontan erkannt (5 Punkte zählt es einzeln statt direkt zu sehen). Beim Geldbetrag legt es einzelne Cents — und nicht in Bündeln. Zeitliche Begriffe wie „in zwei Stunden“ bleiben abstrakt.

Was zuhause hilft

Konkrete, anfassbare Mengen statt abstrakter Symbole — Bohnen, Steine, Zehnerstangen. Mengenbilder im Blick trainieren („Wie viele Punkte siehst du, ohne zu zählen?“). Zahlzerlegung üben (5 = 2+3, aber auch 1+4). Beim Üben wenig, aber täglich. Geschwindigkeit ist nicht das Ziel — Sicherheit ist es.

Wann zur fachlichen Abklärung?

Wenn Ihr Kind Ende Klasse 2 die Zahlen bis 20 nicht sicher zerlegen kann oder in Klasse 3 noch Subtraktionsaufgaben mit Fingern löst, lohnt sich eine Abklärung. Anlaufstellen sind kinder- und jugendpsychiatrische Praxen oder zertifizierte Lerntherapeut:innen mit dyskalkulie-Schwerpunkt.

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