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Pillar · Lesen & Schreiben

Legasthenie & LRS

Lesen und Schreiben fallen Ihrem Kind sichtbar schwerer als anderen. Hier erklären wir, was hinter Legasthenie und LRS steckt — und welche Schritte als nächstes wirklich helfen.

Fachlich begleitet · zuletzt aktualisiert Mai 2026 · 14 Min. Lesezeit

Was ist Legasthenie eigentlich?

Legasthenie (auch Lese-Rechtschreib-Störung) ist eine umschriebene Entwicklungsstörung. Sie betrifft die Verarbeitung von Sprache auf Laut-, Buchstaben- und Wortebene. Kinder mit Legasthenie sind nicht weniger intelligent — sie verarbeiten Schriftsprache anders. Die Ursachen sind überwiegend neurobiologisch und teilweise erblich.

„Die häufigste Frage von Eltern lautet: Hat unser Kind etwas falsch gemacht? Die Antwort ist immer: Nein. Wir müssen nur herausfinden, wie sein Gehirn am besten lernt.“

— aus der Praxis integrativer Lerntherapie

Legasthenie oder LRS — wo liegt der Unterschied?

Im Alltag werden beide Begriffe oft synonym benutzt. Fachlich meint LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) eine vorübergehende Schwäche, etwa nach einem Schulwechsel oder durch fehlende Übung. Legasthenie bezeichnet die anhaltende, neurobiologisch bedingte Form. Die Abgrenzung trifft eine fachliche Diagnostik — bis dahin sprechen viele Schulen pragmatisch von „LRS“.

Typische Anzeichen im Grundschulalter

Häufige Wortverwechslungen beim Lesen, Vertauschen von b/d/p/q, Mühe mit Silbentrennung, sehr langsames lautes Vorlesen, Frust vor Hausaufgaben mit Schreibanteil, gute Leistungen in mündlichen Fächern — all das sind Hinweise. Ein einzelnes Symptom reicht nicht aus. Dauern mehrere Anzeichen länger als ein halbes Schuljahr, lohnt sich eine fachliche Einordnung.

Was Eltern jetzt konkret tun können

Erstens: Druck rausnehmen. Lesen darf langsam sein. Zweitens: Tägliche kurze Trainingseinheiten (10–15 Minuten) mit phonologischer Bewusstheit — Silbenklatschen, Reime, Anlaute. Drittens: Eine fachliche Abklärung in die Wege leiten. Viertens: Mit der Schule über Nachteilsausgleich sprechen, sobald eine Stellungnahme vorliegt.

Wann sollte ich aktiv werden?

Wenn Ihr Kind Ende der ersten Klasse Buchstaben nicht sicher Lauten zuordnen kann, in Klasse 2 noch Wort für Wort liest oder in Klasse 3 trotz Übung wenig Fortschritt zeigt — sprechen Sie zunächst mit der Klassenlehrkraft, dann mit einer Lerntherapeutin oder einer kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis. Je früher die Förderung beginnt, desto leichter lässt sich der Anschluss halten.

Häufige Fragen

Quellen & Leitlinien

  • AWMF-S3-Leitlinie „Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Lese- und/oder Rechtschreibstörung“ (Reg.-Nr. 028-044) · register.awmf.org
  • AWMF-S3-Leitlinie „Diagnostik und Behandlung der Rechenstörung“ (Reg.-Nr. 028-046) · register.awmf.org
  • Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e. V. (BVL) · bvl-legasthenie.de

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