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Anvido
Pillar · Selbstwertgefühl

Selbstwert & Emotionen

Lernen, das täglich frustriert, kratzt am Selbstbild. Kinder mit LRS oder Dyskalkulie hören oft jahrelang, sie strengten sich „nicht genug an“. Wir zeigen, wie Sie das Gegengewicht bauen.

Anvido Redaktion
Fachlich begleitet von integrativen Lerntherapeut:innen (FiL/BVL) · zuletzt aktualisiert Mai 2026 · 14 Min. Lesezeit

Warum das Thema so wichtig ist

Studien zeigen: Kinder mit unentdeckter LRS oder Dyskalkulie haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Schulangst, depressive Verstimmung und psychosomatische Beschwerden (Kopfschmerz, Bauchweh). Der Grund ist selten die Schwierigkeit selbst — es ist die jahrelange Erfahrung „Ich bin dumm“.

„Die häufigste Frage von Eltern lautet: Hat unser Kind etwas falsch gemacht? Die Antwort ist immer: Nein. Wir müssen nur herausfinden, wie sein Gehirn am besten lernt.“

— aus der Praxis integrativer Lerntherapie

Was Sie konkret sagen können

Statt „Streng dich mehr an“ → „Ich sehe, du arbeitest gerade richtig viel.“ Statt „Das ist doch einfach“ → „Für dich ist das gerade schwer — und das ist okay.“ Statt „Andere können das“ → „Du machst das auf deine Art — Hauptsache, es geht voran.“ Worte, die Anstrengung sichtbar machen, schützen das Selbstbild — auch wenn das Ergebnis (noch) nicht stimmt.

Die Erfolgsinsel im Alltag

Suchen Sie zwei Bereiche, in denen Ihr Kind stark ist — und sichern Sie diese aktiv ab. Das kann Sport sein, ein Instrument, Tiere, Bauen, Programmieren. Nicht als Ausgleich „weil es etwas anderes nicht kann“, sondern als feste Quelle von Kompetenzgefühl. Diese Erfolgsinseln tragen, wenn die Schule schwer wird.

Hausaufgaben als Beziehungs-Killer

Wenn Hausaufgaben jeden Nachmittag zur Eskalation führen, ist die Beziehung wichtiger als die Erledigung. Klare Regel: Maximal 60 Minuten am Stück, danach ist Schluss — auch wenn nicht alles fertig ist. Eine kurze Notiz an die Lehrkraft („wir haben heute 60 Min gearbeitet, mehr ging nicht“) ist legitim. Ihre Beziehung trägt langfristig — die heutige Aufgabe nicht.

Wann zur professionellen Begleitung?

Wenn Ihr Kind nicht mehr in die Schule will, körperliche Symptome an Schulmorgen entwickelt, sich stark zurückzieht oder über sich selbst extrem abwertend spricht — holen Sie zusätzliche Unterstützung: Schulpsychologie, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, oder eine Praxis für Familienberatung. Lerntherapie allein reicht hier nicht.

Häufige Fragen

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