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Anvido
Diagnose-Weg

Legasthenie-Test: Ablauf, Kosten und wo Sie ihn machen lassen

Legasthenie-Test Schritt für Schritt: Wo Sie testen lassen können, wie der Ablauf aussieht, was er kostet und wie es danach weitergeht. Ein warmer Wegweiser für Eltern.

Anvido, das blaue Anvido-Monster, sitzt vor einem kleinen Tisch mit einer Mappe in einem freundlichen, hellen Beratungsraum und wartet hoffnungsvoll

Der Entschluss ist gefasst: Sie möchten die Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten Ihres Kindes einmal in Ruhe abklären lassen. Das ist ein mutiger und liebevoller Schritt — und oft folgt gleich die nächste Frage: Und jetzt? Wo fange ich an, was kommt auf uns zu, und was kostet das eigentlich?

Dieser Artikel ist Ihr Wegweiser durch den Legasthenie-Test — von der ersten Anlaufstelle bis zu dem Moment, in dem Sie das Ergebnis in den Händen halten. Wir gehen jeden Schritt gemeinsam durch, damit Sie wissen, was Sie erwartet. Denn Unsicherheit wird kleiner, sobald man den Weg kennt.

Wo können Sie einen Legasthenie-Test machen lassen?

Es gibt nicht den einen Ort für einen LRS-Test, sondern mehrere gute Anlaufstellen. Welche die richtige ist, hängt vor allem davon ab, was Sie mit dem Ergebnis erreichen möchten.

Der schulpsychologische Dienst ist für viele Familien der einfachste Einstieg. Er ist kostenlos, und die Wartezeiten sind oft kürzer als bei niedergelassenen Ärzten. Am schnellsten kommen Sie ins Gespräch, indem Sie im Schulsekretariat nach dem Kontakt fragen oder online nach „[Ihr Landkreis] Schulpsychologischer Dienst" suchen. Diese Stelle ist besonders wichtig, wenn es um Nachteilsausgleich in der Schule geht.

Die Kinder- und Jugendpsychiaterin oder der Kinder- und Jugendpsychiater ist der Weg zur formalen, ärztlich anerkannten Diagnose. Diesen Termin brauchen Sie insbesondere dann, wenn Sie später eine Kostenübernahme für eine Therapie beim Jugendamt beantragen möchten. Den Zugang bekommen Sie meist über eine Überweisung Ihrer Kinderärztin oder Ihres Kinderarztes.

Ein Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ) schaut besonders umfassend hin und ist ebenfalls über eine Überweisung erreichbar. Rechnen Sie hier allerdings oft mit längeren Wartezeiten.

Anvido geht mit einer Mappe unter dem Arm über einen Weg aus Trittsteinen mit kleinen Wegweisern — Schritt für Schritt

Uni- und Hochschulambulanzen bieten häufig eine sehr sorgfältige und dabei günstige oder kostenlose Diagnostik an. Eine Suche nach „LRS Ambulanz [Ihre Stadt]" führt Sie meist schnell zum Ziel.

Lerntherapeutinnen und Lerntherapeuten führen eine sogenannte Förderdiagnostik durch. Sie ist wunderbar, um genau zu verstehen, wo Ihr Kind Unterstützung braucht — sie ersetzt aber nicht die formale ärztliche Diagnose. Eine qualifizierte Begleitung in Ihrer Nähe finden Sie im Anvido-Verzeichnis für Lerntherapeut:innen.

Ein kleiner Fahrplan als Faustregel: Für die Schule genügt oft der schulpsychologische Dienst. Streben Sie eine finanzierte Therapie an, führt der Weg zusätzlich zum Kinderpsychiater oder ins SPZ.

Wie läuft ein Legasthenie-Test ab?

Viele Eltern stellen sich einen Test wie eine Prüfung vor, bei der man „durchfallen" kann. Das ist er ausdrücklich nicht. Ein guter Legasthenie-Test ist ein ruhiger, wohlwollender Prozess in mehreren Schritten:

1. Das Erstgespräch und die Vorgeschichte

Am Anfang steht das Zuhören. Die Fachkraft möchte Ihr Kind kennenlernen und die Geschichte dahinter verstehen: Wie hat sich Ihr Kind entwickelt? Seit wann fällt was auf? Wie erlebt es die Schule, wie fühlt es sich zu Hause? Oft füllen Sie als Eltern zusätzlich Fragebögen aus, manchmal auch die Lehrkraft. Dieser Teil ist die Grundlage für alles Weitere.

2. Die Testung selbst

Nun ist Ihr Kind an der Reihe — meist ohne Sie im Raum, damit es sich frei und unbeobachtet fühlt. Die Fachkraft geht spielerisch und altersgerecht vor: vorlesen, Wörter aufschreiben, kleine Denkaufgaben, oft mit Pausen. Für Ihr Kind fühlt sich das seltener wie eine Prüfung an und eher wie „gemeinsam Dinge ausprobieren".

Meist besteht die Testung aus mehreren Bausteinen: einem standardisierten Lesetest, einem Rechtschreibtest und einem Verfahren, das die allgemeinen Denk- und Lernvoraussetzungen einordnet. Dazu kommt in der Regel der Ausschluss anderer Ursachen — deshalb sollten ein aktueller Seh- und Hörtest vorliegen. „Standardisiert" heißt dabei: Das Ergebnis wird fair mit vielen Gleichaltrigen verglichen, nicht mit einem Bauchgefühl.

3. Die Auswertung

Nach der Testung nimmt sich die Fachkraft Zeit, die Ergebnisse in Ruhe auszuwerten und einzuordnen. Hier passiert der eigentliche fachliche Kern: Es geht nicht nur um wie viele Fehler, sondern um das Muster dahinter — und darum, ob die Schwierigkeiten aus dem für das Alter erwartbaren Rahmen fallen.

4. Das Abschlussgespräch und der Bericht

Zum Schluss folgt das Gespräch, auf das Sie hingearbeitet haben: Die Fachkraft erklärt, was herausgekommen ist, was es bedeutet und wie es weitergehen kann. Sie erhalten in der Regel einen schriftlichen Bericht. Bewahren Sie ihn gut auf — er ist Ihr wichtigstes Dokument für die Schule und für mögliche Anträge.

Wie lange dauert das Ganze?

Ehrlich gesagt: Der zeitraubendste Teil ist oft nicht der Test, sondern das Warten auf den Termin.

Beim schulpsychologischen Dienst oder in einer Uni-Ambulanz kommen Sie häufig recht zügig dran. Beim Kinder- und Jugendpsychiater kann die Wartezeit auf den ersten Termin dagegen mehrere Monate betragen — das ist frustrierend, aber leider nicht ungewöhnlich. Unser Tipp: Melden Sie sich frühzeitig und an mehreren Stellen parallel an. Einen Termin, den Sie nicht brauchen, können Sie immer noch absagen.

Die Testung selbst verteilt sich meist auf zwei bis drei Termine über einen Zeitraum von etwa drei bis vier Wochen. Kein Marathon also — sondern überschaubare Etappen.

Was kostet ein Legasthenie-Test?

Auch hier die beruhigende Nachricht vorweg: In den meisten Fällen ist der Test für Sie kostenlos.

  • Beim Kinderpsychiater und im SPZ übernimmt in der Regel die gesetzliche Krankenkasse die Kosten der Diagnostik.
  • Der schulpsychologische Dienst ist staatlich und für Familien kostenfrei.
  • Uni- und Hochschulambulanzen bieten die Diagnostik oft günstig oder kostenlos an.
  • Eine rein private Testung zahlen Sie selbst; je nach Umfang bewegt sich das häufig im Bereich von rund 150 bis mehreren Hundert Euro.

Denken Sie an eine wichtige Unterscheidung: Der Test ist das eine, die Therapie das andere. Eine Lerntherapie wird von der Krankenkasse in der Regel nicht bezahlt — Familien tragen die Kosten oft selbst oder beantragen eine Übernahme über das Jugendamt. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Was passiert nach dem Test?

Der Bericht ist kein Endpunkt, sondern eine Startlinie. Von hier aus stehen Ihnen mehrere Wege offen:

Nachteilsausgleich und Notenschutz in der Schule. Mit einer Feststellung kann Ihr Kind Anpassungen bekommen, die Fairness schaffen — zum Beispiel mehr Zeit oder eine andere Gewichtung der Rechtschreibung. Was möglich ist und wie Sie es beantragen, lesen Sie in unserem Beitrag zum Nachteilsausgleich.

Kostenübernahme einer Therapie. Wenn durch die Lese-Rechtschreibstörung eine seelische Belastung droht oder bereits besteht, können Sie beim Jugendamt eine Eingliederungshilfe (§ 35a SGB VIII) beantragen. Wichtig: Die Diagnose allein reicht dafür nicht — es kommt auf die seelischen Folgen an. Für diesen Antrag wird in der Regel die ärztliche Diagnose vom Kinderpsychiater oder SPZ verlangt.

Die Förderung beginnen. Ganz gleich, wie die Finanzierung ausgeht: Sie können sofort anfangen, Ihr Kind zu stärken. Wie eine gute Förderung aussieht, erfahren Sie in unserem Wissensbereich zur Therapie — und mit unseren Bilderbüchern üben Sie zu Hause spielerisch weiter, ohne dass es nach „noch mehr Hausaufgabe" aussieht.

So bereiten Sie Ihr Kind — und sich — vor

Kinder spüren fein, wenn wir angespannt sind. Deshalb ist die vielleicht wichtigste Vorbereitung Ihre eigene Haltung. Ein paar Gedanken, die vielen Familien geholfen haben:

Erklären Sie es kindgerecht und ehrlich. Sagen Sie nicht „Du machst einen Test", sondern zum Beispiel: „Wir treffen jemanden, der herausfinden möchte, wie du am besten lernst — damit dir das Lesen und Schreiben bald leichter fällt." Nehmen Sie den Prüfungscharakter heraus. Es gibt hier kein Richtig oder Falsch, kein Bestehen oder Durchfallen.

Nehmen Sie das Richtige mit. Hilfreich sind aktuelle Zeugnisse, ein paar Schulhefte oder Schreibproben, eventuell vorhandene Vorbefunde und — falls Ihr Kind eine Brille oder ein Hörgerät hat — diese natürlich auch.

Sorgen Sie für gute Grundbedingungen. Ein ausgeschlafenes, nicht hungriges Kind zeigt sich so, wie es wirklich ist. Ein kleiner Snack für danach und etwas Vorfreude auf ein gemeinsames Eis wirken oft Wunder.

Und für Sie selbst: Erwarten Sie kein perfektes Ergebnis, sondern ein ehrliches. Egal, was herauskommt — es ist eine Information, mit der Sie Ihrem Kind helfen können. Mehr nicht, aber auch nicht weniger.

Häufige Fragen

Muss mein Kind Angst vor dem Test haben?

Nein. Fachkräfte, die regelmäßig mit Kindern arbeiten, gestalten die Termine spielerisch und wohlwollend. Die meisten Kinder erleben es entspannter, als Eltern befürchten.

Kann man einen Legasthenie-Test „üben"?

Nein — und das ist gut so. Die Tests sind so gebaut, dass sie den tatsächlichen Stand zeigen. Genau darauf baut ja die spätere, passgenaue Förderung auf.

Ab welchem Alter ist ein Test sinnvoll?

Häufig ab dem Ende der ersten oder im Laufe der zweiten Klasse, wenn sich Schwierigkeiten über Monate zeigen. Ist Ihr Kind noch in der Grundschule, kann unser kostenloser LRS-Test für die Grundschule eine erste Orientierung geben.

Bevor Sie den ersten Anruf tätigen, dürfen Sie ganz in Ruhe herausfinden, wo Sie gerade stehen. Unser kostenloser Symptom-Check gibt Ihnen in wenigen Minuten eine erste Einschätzung, und die Schreibanalyse zeigt Ihnen anhand einer echten Schreibprobe, was auffällt — beides ist eine pädagogische Beobachtung, keine Diagnose, aber ein guter, sanfter Anfang. Sie machen das gut. Ein Schritt nach dem anderen genügt.

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