Gilt die Diagnose einer privaten Lerntherapie-Praxis offiziell – oder brauchen wir zwingend den Kinderpsychiater?
Das hängt vom Zweck der Untersuchung ab. Schulische Feststellung, pädagogische Förderdiagnostik und klinische Diagnostik sind verschiedene Aufgaben. Eine lerntherapeutische Zertifizierung allein belegt keine ärztliche oder psychotherapeutische Befugnis.
Wer macht was?
Lehrkräfte und Schulpsychologie klären schulischen Förderbedarf nach den Landesregeln. Lerntherapeutische Fachkräfte erheben einen pädagogischen Lernstand und planen Förderung. Entsprechend qualifizierte ärztliche oder psychotherapeutische Fachpersonen übernehmen klinische Diagnostik. Manche Personen verfügen über mehrere Qualifikationen; fragen Sie nach der konkreten Rolle.
Wenn es um § 35a SGB VIII geht
Für die Stellungnahme zur seelischen Gesundheit benennt § 35a Absatz 1a bestimmte ärztliche und psychotherapeutische Qualifikationen. Eine kinderpsychiatrische Praxis ist nicht der einzig zulässige Weg. Das Jugendamt beurteilt zusätzlich die Teilhabebeeinträchtigung; ein Testergebnis allein entscheidet nicht über die Hilfe.
Doppelte Untersuchungen vermeiden
Klären Sie mit Schule oder Jugendamt vorab, welche Unterlagen benötigt werden. Bitten Sie um einen schriftlichen Befund und geben Sie vorhandene Ergebnisse mit Einverständnis weiter. Die neu untersuchende Stelle entscheidet, welche Vorbefunde fachlich nutzbar sind.
Quellen
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Frage stellenJanas Antworten geben pädagogische Orientierung aus der lerntherapeutischen Arbeit. Sie ersetzen keine Diagnose und keine medizinische oder psychologische Beratung. Eine fundierte Abklärung leisten Fachstellen und Lerntherapeut:innen vor Ort.